Zentrum für stationäre Schwerstpflege in Burghausen
Eine neue Versorgungsebene
Eine neue Idee auf dem Medizinsektor wurde Wirklichkeit
Seit Einführung der neuen Vergütungsstruktur im stationären Bereich ( DRG`S ) stehen die Kliniken unter einem enormen wirtschaftlichen Druck, vor allem bei der Versorgung von schwersterkrankten Patienten.
Kostenaufwändige Behandlungen und vor allem lange Liegezeiten der schwersterkrankten Patienten führen zur Unwirtschaftlichkeit bzw. lassen eine kostenneutrale Behandlung dieser Patientenklientel oft nicht zu.
Diese "Kostenzange" vor Augen ließ uns eine neue Idee zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, vor allem bei Patienten mit schwersten Erkrankungen entwickeln, das Versorgungskonzept des ZesS.
Das ZesS ( Zentrum für stationäre Schwerstpflege ) stellt eine neuartige medizinische Versorgungsebene in Deutschland dar. Es handelt sich um eine Schwerpunkteinrichtung der Phase F, die durch ein eng abgestuftes Kooperationsmodell mit den beteiligten niedergelassenen Arztgruppen den Status einer medizinisch qualifizierten Versorgung erreicht und somit eine medizinische und pflegerische Kompetenz auf höchstem Niveau darstellt.
Besonderheitsmerkmale des ZesS
Das ZesS befindet sich auf dem Klinikgelände der Kreisklinik Burghausen, liegt also unmittelbar neben einer Klinik mit Akutversorgung.
Ein Hubschrauber-Landeplatz mit Nachtlandemöglichkeit ist vorhanden.
Medizinisches Equipment im ZesS
Durch die kooperierenden Fachärzte wurde dem ZesS folgendes diagnostisches Equipment zur Verfügung gestellt:
EKG, EKG - Monitoring, Echocardiographie, Abdomen - und Thoraxsonographie, SD-Sonographie, Duplexsonographie der extrakraniellen Gefäße sowie der peripheren Gefäße, Apnoediagnostik, Medumat-Beatmungseinheit, Defibrillatoren, Labor, Notfallkoffer, 20 Beatmungseinheiten zur Dauerbeatmung. (Aktuell kein weaning möglich.)
Medizinisches Equipment der Kreisklinik Burghausen
Endosonographie, Komplett-Endoskopie ( Magen, Darm etc. ), CT ( Computertomographie ), Schrittmacherambulanz, Cardiologisches Labor, fachübergreifende Intensivstation mit 3 Beatmungsbetten, Dialyseabteilung, mehrere OP`s, EEG ( Hirnstrommessung ), HNO - Untersuchungseinheit ( Hals - Nasen - Ohren ), ophtalmologische Untersuchungseinheit ( Augenheilkunde ) .
Folgende Fachrichtungen stehen dem ZesS in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Klinikgelände zur Verfügung
Neurologie ( 40 Betten ), Neurochirurgie-Konsiliarärzte, Allgemein - Innere Medizin ( Schwerpunkt Gastroenterologie ), Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Anästhesie, HNO, Diabetologie, Orthopädie, plastische Chirurgie, physikalische Abteilung mit Therapieschwimmbecken für Schwersterkrankte mit Hebekran.
Medizinische Versorgung im ZesS
Das ZesS wird von niedergelassenen Ärzten aller Fachrichtungen engstens versorgt.
Es erfolgt zweimal wöchentlich eine Visite durch die Fachärzte für Allgemeinmedizin und Innere Medizin.
Zweimal pro Monat findet eine neurologische Visite statt, sonstige Facharztvisiten je nach Bedarf.
Einmal pro Monat ein Meeting aller Fachärzte und Therapeuten.
Außerhalb der Kernarbeitszeiten, an Wochenenden und Feiertagen wird ein Bereitschaftsdienst rund um die Uhr durch unsere eigenen Allgemeinmediziner/Internisten gewährleistet. Aktuell wird ein Kooperationsvertrag mit der Kreisklinik Burghausen ausgearbeitet. Hiernach sollen zukünftig die Bereitschaftsdienste sämtlicher Fachrichtunen der Kreisklinik auch im ZesS den Bereitschaftsdienst außerhalb der Kernarbeitszeiten abdecken. Täglich werden die Patienten im Bereich Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie je nach Bedarf behandelt. Sämtliche Hilfsmittel stehen hierfür zur Verfügung.
Aufgrund oben genannter Strukturen können ab sofort Akutkliniken schwerstkranke Patienten in das ZesS verlegen. Hier erfolgt dann eine weitere intensive medizinische und pflegerische Betreuung der Patienten ( s.o. ) in enger Kooperation mit den oben genannten Fachärzten.
Somit besteht jetzt die Möglichkeit, die noch nicht rehafähigen Patienten, die akut noch nicht in eine Rehaeinrichtung gegeben werden können, weiter bestens medizinisch und pflegerisch zu betreuen bis diese an eine entsprechende Einrichtung übergeben werden können. Auch nach der Reha kann das ZesS diese Patienten wieder übernehmen und diese bis zur Entlassung nach Hause oder auf Dauer weiter betreuen.
Somit können die Akutkliniken zukünftig ihre schwersterkrankten Patienten zeitnah und für die Angehörigen sinnvoll darstellbar in das ZesS verlegen. Eine für die Klinik wirtschaftliche Versorgung im Rahmen der DRG's ist somit gewährleistet.
Im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen können zukünftig die Patienten der jeweiligen Akutklinik zur poststationären Kontrolle (z. B. Herzschrittmacher- oder Shuntkontrolle) und in deren Fachambulanzen etc. zugeführt werden. Ein sinnvoller medizinischer Versorgungsring entsteht.
Folgende Krankheitsbilder kann das ZesS versorgen:
1. Patienten, welche kurz - bzw. mittelfristig oder auf Dauer beatmungspflichtig sind
2. Pat. mit SHT ( Schädel - Hirn - Trauma )
3. Pat. mit schweren neurologischen Erkrankungen
4. Apallische Patienten
5. Pat. mit Z. n. schwerem Apoplex
6. Pat. mit schweren Tumorerkrankungen
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